Dienstag, 6.08.2013, gegen 3:30 Uhr. Es blitzt und donnert. Noch klingt es weit entfernt, aber wer weiß wohin es zieht. Der Wind, der schon den ganzen letzten Tag leicht blies wird stärker und rüttelt ein wenig am Zelt, es regnet leicht. Soviel zur Wettervorhersage.
Innerhalb kurzer Zeit wird der Regen stärker und es blitz in immer kürzeren Abständen. Der Wind legt ordentlich zu und drückt das Zelt zusammen als wenn es aus Gummi wäre. Wir überlegen fieberhaft wo wir uns unterstellen könnten, aber auf den letzten Kilometern unseres Weges gab’s es einfach nichts, außer Weiden, Feldern, Büschen und Bäumen. Außerdem regnet es mittlerweile so stark, dass wir innerhalb von Sekunden durchnässt wären. Und so bleiben wir im Zelt und hoffen, dass es bald vorbei ist. Der Wind wird immer stärker, irgendwann drückt er das Zelt auf 1/3 der normalen Höhe zusammen und ich wundere mich noch, dass die Alustangen das mitmachen, als es metallisch knackt und das Zelt zum Teil zusammenstürzt. Nun kann der Wind noch besser mit dem Zelt spielen und drückt gewaltig auf die nasse Zeltplane. Aber das Zelt bleibt stehen und bis auf ein paar wenige Tropfen bleibt es drinnen auch trocken. Wir sind mittendrin im Gewitter und Blitz und Donner verfolgen sich im Sekundentakt. Es ist taghell draußen und wir kauern uns möglichst klein auf unsere Isomatten und hoffen, dass keiner der Blitze bei uns einschlägt.
Als die Abstände zwischen Blitz und Donner immer länger werden schöpfen wir Hoffnung auf ein baldiges Ende. Als dann auch der Regen kurz darauf aufhört wagen wir uns aus dem Zelt, um uns umzusehen. Am Horizont blitzt es noch in den Wolken und hin und wieder grollt es, aber von Westen wird der Himmel heller und nach kurzer Zeit reißt das Wolkenband über uns auf und zeigt einen sich schon langsam erhellenden Himmel.
Trotzt des metallischen Knackens und des Zusammensturzes, scheint das Zelt den Sturm fast schadlos überstanden zu haben. Wir stecken alle Stangen wieder zusammen und können es somit schnell wieder in seine ursprüngliche Form bringen (den kleinen Riss in der einen Stange sehen wir erst am nächsten Tag, können diesen aber Dank des ReparaturKits einfach provisorisch reparieren). Zur Sicherheit ziehen wir das Zelt aber noch um, an einen etwas windgeschützteren Ort hinterm dem Haus des Wasserpumpwerkes, bevor wir uns nochmal für ein paar Stunden in die Schlafsäcke kuscheln.
Im Internet habe ich dann später die folgende Wetterwarnung gefunden:
Amtliche WARNUNG vor STARKEM GEWITTER für Kreis Nordfriesland - Binnenland gültig von: Dienstag, 06.08.2013 03:45 Uhr bis: Dienstag, 06.08.2013 06:00 Uhr ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am: Dienstag, 06.08.2013 03:26 Uhr Von Südwesten ziehen Gewitter auf. Dabei sind Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 75 km/h (Bft 8 bis 9), Starkregen mit Mengen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit und kleiner Hagel möglich. ACHTUNG! Hinweis auf mögliche Gefahren: Örtlich kann es Blitzschlag geben. Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr! Vereinzelt können beispielsweise Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Während des Platzregens sind kurzzeitig Verkehrsbehinderungen möglich. DWD / RZ Hamburg