September 2022 – eigentlich sollte es einfach ein toller MTB Urlaub in den Alpen werden. Nach 2,5 Jahren Corona, die ich sehr zurückhaltend verbracht habe, wollte ich endlich mal wieder sowas wie ein Sozialleben probieren. Sehr kurzfristig ergab es sich, mit ein paar Bekannten nach St. Caterina Valfurva in Italien zu fahren, um dort ein paar anspruchsvollere Trails unter die Stollen zu nehmen.
Der erste Tag verlief super, auf ein paar moderaten Trails rollten wir uns, in dem doch eher rauen und für mich eher ungewohnte Terrain, für die kommenden Tage ein.


Am nächsten Tag ging es dann direkt hoch hinaus nach Bormio 3000. Von hier sollte es eine eher selten begangene / befahrene Route hinab nach Bormio gehen, da bin ich allerdings nie angekommen. Ich habe stattdessen die vermeintliche Abkürzung durch ein Steinfeld genommen und bin von dort direkt nach Brescia geflogen (worden).



Ich kann mich an die Ursache des Sturzes, der mich in das Steinfeld stürzen ließ, nicht erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich gedacht habe – das geht gar nicht gut aus. Ging es irgendwie auch nicht, allerdings ganz anders als erwartet.
Im Krankenhaus wurden mir erstmal alle Klamotten vom Leib geschnitten, lediglich meine windige Unterhose wurde mir gelassen. Beine Röntgen, anschließend Trauma CT von Kopf bis Becken. Ich glaube ich habe erstmal 3 Tage im Dunkeln geleuchtet.
Nach 3 Stunden Schockraum ging es dann ohne weitere Maßnahmen auf eine Überwachungsstation. Dort kam dann ein Orthopäde, der mir das gebrochene Bein schiente. Bis auf jede Menge blaue Flecken und eine etwas verstimmte Nackenmuskulatur sollte das tatsächlich die einzige ernsthafte Verletzung sein. Eine proximale Fibularfraktur (eher selten), die von selbst wieder heilt.
Extrem viel Glück im Unglück? Superaufmerksame Schutzengel? Ich konnte es kaum glauben, insbesondere wenn ich mir die Bilder anschaue, und den Aussagen der Ärzte zuhörte, die meinten ich sei laut Notarzt 10-15 m tief in das Steinfeld gestürzt.
Doch dann kamen etwas später zwei weitere Ärzte, die völlig unverfroren mitten im Krankenzimmer einen Finger in meinen Po stopften, erstaunte Gesichter machten und mir erklärten, ich muss jetzt oder in den nächsten Tag in Deutschland dringend eine Biopsie machen lassen…
Ich entschied mich das in Deutschland machen zu lassen und organisierte den Rücktransport (Danke gelbe Engel!), der mich 3 Tage später daheim absetzte.