Zuerst erschien mir die Zeit bis zur Rückverlegung natürlich endlos. Hinzukam der recht späte Kontrolltermin nach 7 Wochen. Und dann erst der ersehnte Termin: 12 Wochen nach der ersten OP. Am Ende ging es dann doch irgendwie schnell.
Aufnahme
Am Donnerstag vor Ostern ging es also für die Aufnahme ins Krankenhaus. Patientenaufnahme (viele Kleber mit Name und Patienten ID), Blutkontrollen, Aufklärungsgespräche Chirurgie und Anästhesie, sowie eine Röntgenuntersuchung des stillgelegten Dickdarms, um zu schauen, ob für die Rückverlegung alles in Ordnung ist.
Von der Aufnahme für die 1. OP wusste ich schon, dass das alles dauern kann, entsprechend war ich vorbereitet und ausgestattet mit Ersatzakku, Essen und Trinken. Und dann wurde es doch kurz hektisch, die Radiologie wartete auf mich, die Chirurgie hatte mich aber noch gar nicht aufgenommen. Also wurde ich schnell vorgezogen, ging auch flott, da die Schwestern schon vieles vorbereitete hatten (sehr löblich) und schon machte ich mich auf den Weg in die Radiologie.
Hier gab es dann den ersten Schließmuskeltest. Rektal wurden mir so 1,5 -2 L Kontrastmittel eingeführt (welches auf Zimmertemperatur war, was dazu führte, dass ich irgendwann anfing vor Kälte zu zittern, dabei soll man ja still liegen) und über die Aufnahmen wurde geschaut, ob sich die Flüssigkeit gleichmäßig im Darm verteilt und auch wieder aus dem Stoma austritt. Die Verteilung war gut, der Austritt aus dem Stoma aber eher unbefriedigend. Da war wohl eine Engstelle.
Liebe Ärzte, das nächste Mal wärmt das Zeug doch etwas vor, damit die Patienten nicht unnötig belastet werden. Ist doch eh alles schon mehr als unangenehm.
Verbesserungsvorschlag
Um die Naht am Rektum zu testen, wurde der Schlauch wieder entfernt und ich musste die Flüssigkeit so halten. Sogar etwas Druck aufbauen (wie wenn man auf dem Klo sitzt, aber den Schließmuskel trotzdem anspannen – viel Spaß beim Probieren 😉 ), um zu schauen, ob die Naht wirklich dicht ist. Ist sie und auch der Schließmuskel hielt dicht. Das hat mich sehr ermutigt, und auch die anschließenden Klogänge, um das Kontrastmittel wieder loszuwerden, haben halbwegs gut funktioniert (nix daneben gegangen, nur etwas Schmerzen).
In der chirurgischen Aufklärung hieß es dann, dass das Problem mit dem Austritt aus dem Stoma vermutlich keine Relevanz hat, falls es da doch zu Verwachsungen gekommen ist, wird ein kleines Stück Dünndarm entfernt und dann rundum zusammen genäht. Ohne diese Komplikation wird nur der geöffnete Teil einfach wieder verschlossen.
Nach guten 6h war ich dann mit allen Formalitäten fertig und konnte wieder nach Hause. Mit ein paar Antibiotika im Gepäck, die ich am Abend vor der OP nehmen soll. Und der Bitte mich am Dienstag um 6:30 direkt auf der Station zu melden.



Stoma Verstopfung
Am Sonntag, zwei Tage vor der OP fängt mein Stoma plötzlich an verrückt zu spielen. Erst denke ich an Durchfall, nur noch Flüssigkeit kommt im Beutel an, aber irgendwann wird mir klar, dass sich da irgendwo, irgendwas in meinem Darm quer gelegt hat und der Körper nun versucht das raus zu spülen.
Im Internet mache ich mich schlau, wie ich dabei unterstützen kann und versuche es mit allen möglichen Tipps:
- 1L Birnensaft (der Apfelsaft enthält leider Grapefruit, das verträgt sich aber mit dem Imatinib nicht)
- Milch
- Öl
- 1L Multivitaminsaft
- Literweise Tee
Zwischendurch habe ich auch im KH angerufen, ob die mir noch was empfehlen können – da kam so gar nichts Hilfreiches ( „Sie kennen Ihren Körper doch am besten“ – ohne Worte ). Die 116 117 probiert – da gibt’s sogar einen Onlinehelfer, der kennt aber Stoma nicht und telefonisch fliegt man immer wieder raus.
Am Ende scheinen meine Versuche das Problem aber doch noch gelöst zu haben, irgendwann wurde es ruhiger und das Frühstück fand gegen Abend dann seinen Weg in den Beutel (normal dauert das so 0,5- 2h).
Am Montag lief es wieder in halbwegs geordneten Bahnen, der OP stand also erstmal nichts mehr im Wege.